Zum Abschluss schauen wir uns an, was passiert, wenn jemand die Regeln des Netzwerks absichtlich ausnutzt – und womit man einem Netzwerk bei der Arbeit zuschauen kann. Jedes dieser Themen lässt sich einer Schicht des TCP/IP-Modells zuordnen. Genau darin liegt der Repetitionswert.
Zuordnung zu den Schichten
| Thema | Schicht | Was wird ausgenutzt? |
|---|---|---|
| DNS-Spoofing | Anwendungsschicht | Der Browser glaubt der DNS-Antwort |
| VPN | Internet-/Vermittlungsschicht | Pakete werden verpackt und umgeleitet |
| MAC-Spoofing | Physikalische Schicht | Die MAC-Adresse ist frei einstellbar |
| Wireshark | alle Schichten | Pakete lassen sich mitlesen |
DNS-Spoofing
Du hast das im WebNetSim-Verbund bereits selbst gemacht: Wer den DNS-Server kontrolliert, bestimmt, wo der Browser landet – der eingetippte Name bleibt dabei unverändert.
Im echten Internet schützt HTTPS davor. Der Server muss ein Zertifikat vorweisen, das zum Namen passt und von einer vertrauenswürdigen Stelle ausgestellt wurde. Wer nur den DNS-Eintrag fälscht, hat dieses Zertifikat nicht.
Aufgabe: Zertifikat prüfen
Öffne eine beliebige https-Seite und klicke in der Adresszeile auf das Schloss-Symbol.
- Auf welchen Namen ist das Zertifikat ausgestellt?
- Wer hat es ausgestellt?
- Warum nützt ein Zertifikat nichts, wenn du die Warnung des Browsers wegklickst?
VPN
Ein VPN (Virtual Private Network) verpackt deine Datenpakete in weitere Pakete und schickt sie zuerst zu einem VPN-Server. Erst dieser leitet sie ans eigentliche Ziel weiter.
Für das Ziel sieht es deshalb so aus, als käme die Anfrage vom VPN-Server – es sieht deine IP-Adresse nicht. Umgekehrt sieht dein Internetanbieter zwar, dass du mit dem VPN-Server sprichst, aber nicht, welche Seiten du aufrufst.
Aufgabe: Wer sieht was?
Zeichne die Kette Laptop → Internetanbieter → VPN-Server → Webserver auf und markiere für jede Station, was sie sieht:
- deine IP-Adresse
- die IP-Adresse des Ziels
- den Inhalt der Seite
⭐ Zusatzaufgabe: Kein Zaubermittel
Ein VPN verschiebt das Vertrauen nur: Statt deinem Internetanbieter musst du jetzt dem VPN-Anbieter vertrauen. Warum ist ein kostenloses VPN aus diesem Blickwinkel besonders kritisch zu betrachten?
MAC-Spoofing
Die MAC-Adresse ist fest in die Netzwerkkarte eingebrannt – so lautet zumindest die Theorie. Tatsächlich lässt sie sich in jedem gängigen Betriebssystem per Software frei setzen.
Das ist relevant, weil manche Netzwerke die MAC-Adresse zur Zugangskontrolle verwenden: Nur bekannte Geräte dürfen ins WLAN. Wer eine erlaubte MAC-Adresse mitliest und übernimmt, umgeht diese Sperre.
Umgekehrt wird die MAC-Adresse auch zum Wiedererkennen genutzt. Deshalb verwenden Smartphones heute pro WLAN eine zufällige MAC-Adresse.
Aufgabe: Zufällige MAC-Adresse
Suche in den WLAN-Einstellungen deines Handys die Option für eine private oder zufällige MAC-Adresse.
- Ist sie eingeschaltet?
- Wovor schützt sie dich – und wovor nicht?
Wireshark
Wireshark zeichnet auf, welche Pakete tatsächlich über die Netzwerkkarte laufen, und zerlegt sie nach Schichten: Ethernet-Rahmen, IP-Paket, TCP-Segment, HTTP-Anfrage – alles ineinander verschachtelt, genau wie im Schichtenmodell.
Damit wird sichtbar, was wir bisher nur beschrieben haben: dass jede Schicht ihren eigenen Kopfteil ergänzt und den Rest als Nutzdaten behandelt.
Aufgabe: Ein Paket auseinandernehmen
Die Lehrperson zeigt eine Aufzeichnung. Ordne bei einem einzelnen Paket zu:
- Welche Adresse steht auf welcher Schicht? (MAC-Adresse, IP-Adresse, Port)
- Wo hört der Kopfteil einer Schicht auf und wo fangen ihre Nutzdaten an?
- Warum siehst du bei einer
https-Verbindung zwar die IP-Adressen, aber nicht den Seiteninhalt?
⭐ Zusatzaufgabe: Selber ausprobieren
Wireshark ist frei verfügbar. Zeichne den Aufruf einer http-Seite auf und suche die HTTP-Anfrage im Klartext.
Beachte: In fremden Netzwerken ist das Mitlesen von Datenverkehr nicht erlaubt. Verwende dein eigenes Netz.